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Polizeiliche Kriminalstatistik

Grafik: Forschungsbericht
Polizeiliche Kriminalstatistik
Die aktuelle Kriminalitätsstatistik 2016 liegt vor!
Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein erneut mit Aufklärungsquote von über 60 Prozent !

Landrat Andreas Müller als Chef der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein und Kriminaldirektorin Claudia Greve, die Leiterin der Siegen-Wittgensteiner Kriminalpolizei, betrachten sich in der Kripo-Zentrale in der Weidenauer Straße die aktuelle Kriminalitätsstatistik 2016.
Und der Landrat und die Kriminaldirektorin sind wieder sehr zufrieden.
Dazu haben sie auch einen gleich doppelten Grund.
War es den hiesigen Kriminalbeamtinnen und -beamten bereits in letzten Jahren mehrfach gelungen, Aufklärungsquoten von über 60 Prozent - und damit gleichbedeutend landesweite Spitzenplätze zu erzielen - so wiederholte sich dieser höchst erfreuliche Umstand auch im Hinblick auf die jetzt vorliegende polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 2016.
Und da steht es schwarz auf weiß: 60,47 Prozent Aufklärungsquote in Siegen-Wittgenstein!

„Das ist ein Ergebnis, für das ich mich bei allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreispolizeibehörde ausdrücklich bedanke“, so Landrat Andreas Müller.

Und Claudia Greve, die als Leiterin für die Kriminalitätsbekämpfung im gesamten Kreis Siegen-Wittgenstein zuständig ist und der insgesamt acht Kommissariate in Siegen, Kreuztal und Bad Berleburg sowie ein ziviler Einsatztrupp unterstehen, ergänzt: „Die durchschnittliche AQ im Land lag übrigens bei 50,68 %." 

Arbeit gab es auch im vergangenen Jahr für die heimischen Kriminalisten genug: Mussten doch immerhin insgesamt fast 17.000 Straftaten (genau: 16.928) bearbeitet werden. Gegenüber dem Vorjahr 2015 ist das übrigens ein Rückgang um 924 Straftaten (- 5,2 %).

 „Diese Gesamtanzahl von Straftaten mit einer Aufklärungsquote von über 60 % zu bearbeiten, das bekommt man nur mit hoch motivierten Polizisten hin, die sich mit ihrer Region identifizieren und die Ängste und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sehr genau kennen und auch ernst nehmen. Und - das wollen wir auch betonen - man muss ein kontinuierliches gutes Miteinander mit dem Bürger pflegen. Dann kommt ein solch gutes Gesamtergebnis zustande“, so Andreas Müller. 

Dass der Kreis Siegen-Wittgenstein nach wie vor zu den sichersten Kreisen in ganz Nordrhein-Westfalen zählt, das zeigt sich laut Greve auch an der so genannten Häufigkeitszahl. Das nämlich ist umgerechnet die Zahl der auf pro 100.000 Einwohner begangenen Straftaten. Liegt diese 2016 im Landesschnitt bei 8.603, so rangiert die heimische Region mit einem Wert von 6.028 deutlich unterhalb dieses Levels der diesbezüglichen Skala.

Kriminaldirektorin Greve: „Diese Aussage gilt auch für den Bereich der Wohnungseinbrüche, der ja naturgemäß die Bevölkerung in einem ganz besonderen Maße beunruhigt. Betrachtet man das gesamte Land NRW, so liegt dort die Häufigkeitszahl bei 345. In unserer Region hingegen bei 154. Und das ist schon ein sehr eklatanter Unterscheid.“

Und die erfahrene Kriminalistin ergänzt erfreut: „Und dies ist im Übrigen auch ein sehr guter Erfolg: Erstmals seit Jahren können wir einen Rückgang der Wohnungseinbrüche verzeichnen. Von noch 535 im Jahr 2015 auf 406 im Jahr 2016, also - 24,11 %.

Und in diesem Kontext muss man zudem bedenken, dass von den insgesamt im letzten Jahr bei uns registrierten (406) Wohnungseinbrüchen über 45 Prozent „nur“ versuchte  Wohnungseinbrüche waren, d.h. die Einbrecher gelangten erst gar nicht in das betreffende Haus bzw. in die betreffende Wohnung. Darüber hinaus stieg unsere Aufklärungsquote wieder auf über 20 % und liegt damit über dem Landesdurchschnitt von 16,15 %. "
 

Landrat und Kripo-Chefin sind sich einig: „ Beide Umstände - nämlich erstens den Rückgang der Einbruchszahlen und zweitens auch die hohe Zahl der nicht gelungenen Einbrüche betrachten wir als positive Entwicklung. Diese führen wir vor allem auch auf folgende Faktoren zurück: Zum einen ist es so, dass immer mehr Hausbesitzer und Wohnungsinhaber ihre vier Wände - bzw. deren Fenster und Türen - in materieller Hinsicht effektiv gegen Einbrecher schützen bzw. ausrüsten. Und zum anderen ist es so, dass die Bürgerinnen und Bürger auch sehr aufmerksam sind. D.h. unsere Einsatzleitstelle erreicht eine Vielzahl von Anrufen, in denen uns „wachsame Nachbarn“ verdächtige Personen oder Fahrzeuge in ihrem Wohnumfeld mitteilen. Die Polizei kann auf diesem Weg dann sofort die notwendigen Fahndungsmaßnahmen einleiten. Und da unsere Streifenwagenbesatzungen auch im letzten Jahre landesweit wiederum die besten Einsatzreaktionszeiten bei Notrufeinsätzen aufweisen, haben wir damit immer wieder Erfolg.
Aufgrund der Hinweise und des Fahndungserfolgs nimmt unsere Kripo dann umgehend Ermittlungen auf, welche nicht selten zur Aufdeckung überörtlicher Täterstrukturen führen.“

Deshalb appellieren Müller und Greve auch nochmals, diese nachbarschaftliche Aufmerksamkeit unbedingt beizubehalten, um so auch auf diesem Weg Einbrechern einen entscheidenden Riegel vorzuschieben. „Rufen Sie uns lieber einmal zu viel als zu wenig an und wählen Sie im Verdachtsfall sofort die 110!“
 

Hier nun noch zu einzelnen Teilaspekten der aktuellen Kriminalitätsstatistik einige zentrale Aussagen von Claudia Greve:

„Wir haben auch in anderen Bereichen der Kriminalitätsstatistik gute Werte erreichen können:

  • Rückgang der Diebstahlsdelikte von 6387 (2015) auf 5754  (2016) 
  • Rückgang der Delikte des schweren Diebstahls von 1998 (2015) auf 1792 (2016)
  • Rückgang der Taschendiebstahlsdelikte von 476 (2015) auf 365 (2016).
  • Rückgang der Gewaltdelikte von 556 (2015) auf 455 (2016). Hier verzeichnen wird zudem eine sehr hohe Aufklärungsquote mit über 81 Prozent.


Im vergangenen Jahr haben wir 7040 Tatverdächtige ermitteln können. Darunter befinden sich im Übrigen 2 331 ermittelte nichtdeutsche Tatverdächtige.

Hinsichtlich ganz herausragender Kriminalfälle sind uns sicherlich allen noch folgende Ereignisse gut in Erinnerung:

Die Mordkommissionen vom 13. Januar 2016 in der Maccostraße in Niederschelden, bei der es in dortigen Mehrfamilienhaus zu einem Streitgeschehen zwischen einem dort wohnhaften Ehepaar gekommen war, in dessen Verlauf der 31-jährige Ehemann seiner 30-jährigen Ehefrau mit mehreren Messerstichen tödliche Verletzungen zufügte. Anschließend hat der Ehemann selbst bei der Rettungsleitstelle der Feuerwehr angerufen und die Tat dort gemeldet.  

Nur einen Tag später - am 14.01.2016 - erneuter Einsatz einer  Mordkommission: Tatort wiederum eine Wohnung in einem Mehrfamilienhauses, diesmal in der Haubergstraße in Siegen-Achenbach. Hier verstarb ein 35-jähriger Mann aus Lettland an einer Stichverletzung, die ihm ein 46-jähriger Litauer zugefügt hatte. Der zunächst flüchtige Tatverdächtige konnte im Rahmen der sofort veranlassten intensiven polizeilichen Fahndungsmaßnahmen, an der rund zehn Streifenwagen beteiligt waren, noch in Tatortnähe von einer Zivilstreifenwagenbesatzung des Siegener Einsatztrupps vorläufig festgenommen werden.

Und im März 2016 stellten Rauschgiftfahnder des Siegener Kriminalkommissariats 1 im Rahmen einer Ermittlungskommission insgesamt rund 16 Kilogramm Heroin im Marktwert von 1.8 Millionen Euro sicher. Der Haupttäter wurde zwischenzeitlich bereits zu einer achtjährigen Freiheitstrafe verurteilt. (Zusatz: Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig).  

Abschließend betonen Landrat Andreas Müller und die Kripochefin unisono: „Die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger ist ein sehr hohes Gut; ihr Schutz hat für uns höchste Priorität. Dies ist unser Ziel und unser Ansporn. Und daran arbeiten wir. Tag für Tag - und rund um die Uhr. Allen unseren Bürgerinnen und Bürgern, die uns auf diesem Weg im vergangenen Jahr unterstützt